Mittwoch, 8. März 2017

MMM 04/2017 Leichte Steppjacke


Nur ganz kurz hab ich überlegt, ob ich bei der Pussy-Hat-Aktion mitmachen soll... Nähere Informationen findet ihr auf dem MeMadeMittwoch-Blog, es gäbe so viel zu sagen, aber die Zeit hab ich leider nicht. Es reicht nur für zwei Botschaften:

Für alle mutigen Frauen, die täglich ums Überleben kämpfen müssen...


...und gegen die Tyrannei der alten Männer und alle Machtmissbraucher!


Da es beim MeMadeMittwoch, wie der Name schon sagt, aber hauptsächlich um MeMade geht, zeige ich euch heute auch noch die endlich, endlich fertige Steppjacke :-) Sollte ja eigentlich eine Übergangsjacke vom Herbst zum Winter werden. Nun, wettertechnische Übergänge gibt es hierzulande ja zu jeder Jahreszeit...

Gefehlt hat im Grunde nur noch das Futter. Als ich nach dem Schnitt Schnitt (Burda Mod. 102-022012) am Sonntag eine zweite Jacke zugeschnitten habe, fiel mir erst auf, dass ich beim Futter die Vorderteilbelege aus Oberstoff vergessen hatte. Ist mir noch nie passiert, stört mich aber auch gar nicht :-) und natürlich hab ich die äusseren Blenden weg gelassen. Alle weiteren Änderungen findet ihr ganz unten, im Grunde ist vom Schnitt nur das Grundgerüst übrig geblieben...



Sieht aus wie eine Wendejacke, aber das Muster wäre mir aussen doch zu unruhig.


 Den schönen Kunstleder-Aufhänger mit Pfeil muss ich unbedingt öfter verwenden, schön und praktisch ist er.
Bei den Futterärmeln gab es noch eine kleine Krise. Ich hatte noch bestimmt zwei Meter roten Futterstoff in meinem Lager, der farblich perfekt gepasst hat. Aber schon beim Ausbügeln hat er sich so statisch aufgeladen, dass alles um mich herum geknistert hat. Kurz hab ich überlegt, ob ich am Montag in den Stoffladen gehe, dann fiel mir zum Glück ein, dass ich noch das Futter von meiner ursprünglichen Tweedjacke aus den 90ern habe.


Blaues Venezia-Futter, wunderbar weich auf der Haut und anscheinend antistatisch, zum Glück.

 

 




Kombiniert mit dem blauen Shirt, das ich nach wie vor gern und oft trage, dem Paris-Toujours-Tuch in orange und den neuen Tigger-Schuhen in orange kann der Frühling kommen!

Leichte Steppjacke
Schnitt: Burda Mod. 102-022012, abgewandelt (ohne Blenden, Futter ohne Belege, schräge Eingrifftaschen, 2-Wege-Reissverschluss, untere Kanten und Kragenkanten abgeschrägt)
Oberstoff: leichter Steppstoff vom Stoffekontor.de
Futter: Popeline von stoffekontor.de
Taschenbeutel und innerer Kragen: duunkelblauer Schurwollstoff
Eingrifftaschen: Hosenbeinabschnitte von einer orangefarbenen Jeans
orangefarbene Baumwollpaspeln



Einen wunderschönen Weltfrauen-Tag Euch allen! Wir sehen uns vielleicht beim MeMadeMittwoch?

Mittwoch, 1. März 2017

MMM 03/2017 Chloé-Fake-Bag und Paris Toujours mit Lederjacke und Baumwollpulli

Brauchte ich noch eine Tasche? Klares Nein. Aber zwischen "brauchen" und "wollen" gibt es eine Menge Platz für schöne Dinge ;-) Die ganze Modeindustrie lebt davon.

Die ausführliche Beschreibung meiner neuen Tasche liefere ich nach, jetzt gibt es hauptsächlich Fotos für den MeMadeMittwoch. Da eine Tasche allein kein Outfit darstellt zeige ich sie euch mit dem zweiten Paris Toujours-Tuch, das ich fast noch lieber mag als das erste, mit dem weissen Baumwollpulli und der neuen Lederjacke.
Viel Spass :-)














Outfit zum Mädelsfrühstück am Sonntag
Um das Farbschema etwas aufzulockern, und weil heute sowieso schon von allem was dabei ist, noch ein paar Fotos von Farbtupfern in der Wohnung...
Geschenk einer Freundin, hält sich seit November!
Rosen...
... und immer wieder Teatime!
Bis Samstag kann man sich noch beim FrühlingsJäckchenKnitAlong anmelden... Ideen hab ich genug, aber ich überlege noch... 
Mit meiner Sammlung Selbstgemachtes gehe ich jetzt erstmal rüber zum MeMadeMittwoch, wo alle anderen wahrscheinlich schon viel weiter im Frühling angekommen sind als ich :-) 
Eine schöne Vorfrühlings-Restwoche euch allen!

Mittwoch, 22. Februar 2017

MMM 02/2017 Lederjacke

Die Entstehungsgeschichte meiner ersten Lederjacke und des Schals ist hier nachzulesen, heute gibt es nur Tragefotos :-)

Mit Schal...




... ohne Schal, geschlossen...


 Offen, mit Schal...



Die Bluse ist ein älteres Upcycling-Projekt, das ich noch gar nie gezeigt habe. Der Kragen gefiel mir irgendwann nicht mehr und da ich wirklich genug weisse Blusen habe, wollte ich auch mal was mit Farbe machen.



Vom Kragen hab ich nur fünf Millimeter stehen lassen, die Klappen ohne Tasche waren früher die Manschetten und die Ärmelabschlüsse sind jetzt einfach umgeschlagen und werden mit einem Knopf geschlossen. Davon hab ich leider kein Detailfoto.





Der Schriftzug auf dem Rücken ist mit einer selber gemachten Schablone und Schwamm getupft.

Drei Tage trage ich die Jacke jetzt schon, von der Temperatur geht das schon ganz gut und ich liebe sie!

Lederjacke
Schnitt: Burda Mod. 115-032012, abgewandelt
Leder: SoftArt, Scandinavian petrol und Opulence petrol
Futter: stoffn.de (nach eigenem Entwurf)

Schal
Modell: Feather and Fan Scarf (über ravelry)
Garn: Lana Grossa Silkhair Degradé, 70 % Mohair, 30 % Seide
100 g, Nadeln Nr. 5

Noch eine kleine Vorschau auf meine neue Tasche, dann geht's zum MeMadeMittwoch :-) Es gibt wieder einen Frühlings-Jäckchen-Knitalong! Ich bin sehr am Überlegen, ob ich dieses Jahr mal regulär mit machen soll...


Schöne Restwoche euch allen!

Sonntag, 19. Februar 2017

Scandi-Jacke

Eine kleine Warnung an alle streng vegan Nähenden: meine neue Jacke ist aus Leder.
Bei Jacken mag ich kein Kunstleder, ich schwitze darin einfach zu sehr. Und eine Lederjacke wollte ich schon lange mal nähen. Nachdem das mit den Taschen schon ganz gut funktioniert hat (zum Beispiel hier und hier) hab ich mich da endlich ran gewagt.

Mit dem derzeit so beliebten Scandi-Einrichtungsstil hat meine neue Jacke erstmal nicht viel gemeinsam. Dafür ist sie vermutlich nicht pastellig genug. Weil ich aber gezwungen war, auf einige schmückende Details zu verzichten, passt sie mit ihrem jetzt sehr cleanen, reduzierten Look doch irgendwie in diese Rubrik. Und nicht zuletzt heisst das Leder, das ich verwendet habe, „Scandinavian“.

Als Grundschnitt diente mir die Bikerjacke Mod. 115-032012 mit folgenden Änderungen:

Bund und Manschetten entfallen, Bundbreite den einzelnen Teilen hinzugefügt, rechtes mittleres Vorderteil asymmetrisch verlängert. Die Ärmel und seitlichen Teile habe ich etwas weiter geschnitten, da der Schnitt für einen anderen Stoff gedacht ist.




rechtes mittleres Vorderteil aus Velourleder

Anfangs träumte ich noch von Paspeltaschen mit Reissverschluss , Schulterriegeln und abgesteppten Kragen- und Vorderkanten. Die Taschen hab ich gleich nach dem ersten Absteppen gestrichen, da wären einfach zu viele Lagen Leder zusammen gekommen.



Sehr froh bin ich über die Entscheidung, Bügeleinlage für Leder zu verwenden (Vlieseline LE420). Sie lässt sich wunderbar aufbügeln, das Leder verzieht sich beim Nähen nicht und bleibt trotzdem geschmeidig. Bei den Ärmeln hab ich nur im Bereich der Ansatznaht Einlage aufgebügelt, das hab ich beim Nähen bereut. Sollte ich jemals nochmal eine Lederjacke nähen, dann Einlage auf ALLE Teile!
Nähte, die ich nicht absteppen konnte, die aber trotzdem flach werden sollten, habe ich geklebt. Man muss nur beachten, dass die Klebestellen sehr steif werden. Beim Kragen hab ich aus diesem Grund ganzflächig geklebt, damit er schön die Form hält.




Zwischendurch dachte ich auch mal über Grössenwahn nach. Eine Nappalederjacke mit einer Haushaltsmaschine zu nähen war schon eine meiner gewagteren Ideen. Zum Glück hab ich kräftige Oberarme, denn manche Absteppung hab ich komplett von Hand kurbeln müssen. Das zieht sich, kann ich euch sagen... 

Überhaupt war das ein Projekt für entschleunigtes Nähen. Wie ihr auf dem nächsten Bild sehen könnt (da war ich bereits beim Verstürzen der Belege) ist die Geschwindigkeit auf Kriechgang eingestellt:


Eine weitere gute Idee waren die Clover-Clips zum Fixieren. Ich hatte mir fünfzig Stück zum ausprobieren bestellt und direkt nochmal fünfzig nachgeordert. Die halten wirklich perfekt alles an Ort und Stelle und die Klebenähte konnte ich damit auch pressen.



Am schwierigsten zu Nähen war das Velourleder. Das scheint sehr dicht zu sein. Bei der Stickerei konnte ich wirklich nur einen Stich nach dem anderen nähen, also Stich-Pause-Stich-Pause... Aber das sieht man jetzt nicht mehr :-)


Die Ärmel waren auch nochmal eine Herausforderung, weil ich lange nicht wusste, wie ich den Abschluss lösen soll. 


Und zwischendurch sah es auch mal sehr chaotisch aus :-) Die Druckknöpfe sind mal was anderes und mir gefällt die schlichte Linienführung.



Das Annähen mit der Maschine ging dann erstaunlich gut.


Ledernadeln für Handnähte hatte ich leider noch nicht in meinem Fundus, die musste ich eiligst bestellen. Die untere Futternaht, das Ärmelfutter und die gefühlt Millionen Fäden der Druckknöpfe hab ich von Hand ge-/vernäht.


Der asymmetrische untere Abschluss vorne...


und von hinten gesehen...


Für das Futter hab ich einen Baumwollstoff mit meinem Logo verwendet, die Ärmel sind aus einem flutschigeren Material mit feinen, grauen Streifen.



 Hier sieht man die Farben ganz gut:


Der Schal ist mein neuer, federleichter Feather-and-Fan-Scarf, den ich schon soooo lange mal stricken wollte. Das Garn ist Silkhair Degradé von Lana Grossa. Normalerweise wirds mir beim Schal stricken recht schnell langweilig, aber dieses Muster ist so kinderleicht und trotzdem irgendwie immer spannend. Jedenfalls hab ich mir gleich noch einen aus Baumwolle gestrickt :-)




Von beiden Ledern habe ich noch einiges übrig, eine Tasche ist schon fertig, die zeige ich euch auch bald...
Tragefotos und Details zu allen Materialien reiche ich am Mittwoch nach. Eine schöne Woche euch allen!