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Mittwoch, 12. April 2017

MMM 05/2017 I love grey

Schon wieder sind einige Wochen vergangen seit dem letzten Post. Untätig war ich nicht, aber fürs Fotografieren hat die Zeit leider nie wirklich gereicht. Dafür wird dieser Post mal wieder richtig lang, weil ich gleich mehrere Sachen vorzustellen hab.

Grau wird nicht unbedingt mit Frühling assoziert, ist aber im Moment ganz klar eine meiner Lieblingsfarben. Weil es so viele interessante Schattierungen gibt (und nein, ich habe ganz sicher NICHT jenes unsägliche furchtbar bekannte Buch im Sinn!) und sehr clean wirkt. Das gefällt mir gerade sehr gut.

Da es tagsüber zwar schon sehr schön warm ist, morgens und abends aber noch empfindlich kalt, ist dieser Kuschel-pullover der perfekte Partner für den Zwiebellook. Leicht und soooo weich.
Relativ schnell gestrickt war er auch, da das Muster einfach und doch trotzdem abwechslungsreich genug ist.



Unterer Abschluss, Hals- und Ärmelabschluss sind glatt rechts als Rollbündchen gearbeitet.



Da der Pulli sehr schlicht ist, wollte ich dieses Mal auch endlich mal wieder eine Tasche anstricken. Bei der Grösse hab ich mich leider verschätzt, die hätte ruhig grösser ausfallen dürfen. Eigentlich wollte ich auch eine Ecke umgeschlagen lassen, aber das fiel nicht so schön, wie ich es mir vorgestellt hatte.


Da ich in Runden stricke hab ich die grauen Maschen ruhen lassen, für die Tasche doppelt so viele Maschen aufgenommen, erst die innere glatt rechts gestrickt, dann die äussere glatt links. Beim weiterstricken mit Grau (in Hin- und Rückreihen) habe ich dann die letzte graue Masche jeweils mit einer Masche aus der Seite der Tasche zusammengestrickt. Die äussere Tasche hätte ich gleichzeitig mitfassen können, aber auf die Idee bin ich leider erst ganz am Schluss gekommen :-)
Das sind die einzigen beiden Nähte, denn die Ärmel sind wieder direkt angestrickt.


Der Plan war, nur die Bündchen und die Tasche im helleren Ton zu stricken. Für den zweiten Ärmel hätte mir das Grau aber nicht mehr gereicht. Nachbestellen wollte ich nicht, also ist jetzt einer grau und einer hell. Auf diese Art hat es sogar für überlange Ärmel gereicht und mir gefällt es ganz gut.




 

mit der Blue Bag (siehe hier)
 

 Das Garn (siehe ganz unten) ist ein echter Traum, beim Stricken und beim Tragen. Waschen lässt es sich auch problemlos, was will man mehr?
Auch beim Nähen bleibe ich dem Grau momentan treu:


Diese Wolljacke ist in Arbeit, es fehlen nur noch Schulterpolster und das Futter. Und füttern muss ich hier unbedingt, der Stoff fusselt wirklich sehr. Aber schön ist er, oder nicht?


Auf die schnelle hab ich auch noch eine zweite Steppjacke zugeschnitten, weil ich die erste so gerne trage. Diesmal in einem schönen petrol. Und ich hab mir endlich ein Kreiderad zugelegt :-)



Ein zweiter Pulli in grau ist auch fast fertig. Der ist dann aus einem wundervollen Leinengarn, so blitzschnell gestrickt, dass ich ganz vergessen hab, Zwischenstandsfotos zu machen :-)


Und dann gibt es da noch den zweiten Feather and Fan Schal, sommertauglich aus Baumwolle und schon jetzt viel getragen. Ich sage nur: Klimaanlage im Büro...
Als er fertig war dachte ich erst: warum hab ich nicht graues Garn genommen?! Verrückt, denn natürlich lässt sich das rohweiss auch sehr gut kombinieren. Zum Beispiel mit meiner zweiten Lieblingsfarbe in diesem Frühling.
Den blöden Gesichtsausdruck müsst ihr euch wieder wegdenken :-)




 Passende Schuhe gab's auch, seufz:


Und mit einer etwas wärmeren Jacke in grau und meiner Chloe-Fake-Bag funktioniert er auch:








Nicht selber gemacht, aber mein ganzer Stolz, seit sie angekommen ist Y



Wie wahr!

Ich wünsche euch allen schon mal schöne Ostern und beteilige mich mit diesem ellenlangen Post am heutigen MeMadeMittwoch. Das Motto letzte Woche hab ich leider verpasst, aber allzu frühlingshaft ging es da bei den anderen Damen noch nicht zu. Das ist diese Woche bestimmt schon ganz anders...
Ähem, also bei Gastgeberin Dodo ist der Frühling bereits angekommen :-)



Pulli "Milano"
Modell: von mir
Garn: Lamana Milano hellgrau und marmor, 90% Merino Superfein 10% Kaschmir
Lauflänge 180m/25 g
Nadeln Nr. 3
225g
gestartet: 03.03.2017
beendet: 26.03.2017

Feather and Fan Schal
Modell: Feather and Fan Schawl via Ravelry
Garn: Lana Grossa Puntino rohweiss, 100 % Baumwolle
Lauflänge: ca. 160 m / 50 g
Nadeln Nr. 3
200g

Mittwoch, 22. Februar 2017

MMM 02/2017 Lederjacke

Die Entstehungsgeschichte meiner ersten Lederjacke und des Schals ist hier nachzulesen, heute gibt es nur Tragefotos :-)

Mit Schal...




... ohne Schal, geschlossen...


 Offen, mit Schal...



Die Bluse ist ein älteres Upcycling-Projekt, das ich noch gar nie gezeigt habe. Der Kragen gefiel mir irgendwann nicht mehr und da ich wirklich genug weisse Blusen habe, wollte ich auch mal was mit Farbe machen.



Vom Kragen hab ich nur fünf Millimeter stehen lassen, die Klappen ohne Tasche waren früher die Manschetten und die Ärmelabschlüsse sind jetzt einfach umgeschlagen und werden mit einem Knopf geschlossen. Davon hab ich leider kein Detailfoto.





Der Schriftzug auf dem Rücken ist mit einer selber gemachten Schablone und Schwamm getupft.

Drei Tage trage ich die Jacke jetzt schon, von der Temperatur geht das schon ganz gut und ich liebe sie!

Lederjacke
Schnitt: Burda Mod. 115-032012, abgewandelt
Leder: SoftArt, Scandinavian petrol und Opulence petrol
Futter: stoffn.de (nach eigenem Entwurf)

Schal
Modell: Feather and Fan Scarf (über ravelry)
Garn: Lana Grossa Silkhair Degradé, 70 % Mohair, 30 % Seide
100 g, Nadeln Nr. 5

Noch eine kleine Vorschau auf meine neue Tasche, dann geht's zum MeMadeMittwoch :-) Es gibt wieder einen Frühlings-Jäckchen-Knitalong! Ich bin sehr am Überlegen, ob ich dieses Jahr mal regulär mit machen soll...


Schöne Restwoche euch allen!

Sonntag, 19. Februar 2017

Scandi-Jacke

Eine kleine Warnung an alle streng vegan Nähenden: meine neue Jacke ist aus Leder.
Bei Jacken mag ich kein Kunstleder, ich schwitze darin einfach zu sehr. Und eine Lederjacke wollte ich schon lange mal nähen. Nachdem das mit den Taschen schon ganz gut funktioniert hat (zum Beispiel hier und hier) hab ich mich da endlich ran gewagt.

Mit dem derzeit so beliebten Scandi-Einrichtungsstil hat meine neue Jacke erstmal nicht viel gemeinsam. Dafür ist sie vermutlich nicht pastellig genug. Weil ich aber gezwungen war, auf einige schmückende Details zu verzichten, passt sie mit ihrem jetzt sehr cleanen, reduzierten Look doch irgendwie in diese Rubrik. Und nicht zuletzt heisst das Leder, das ich verwendet habe, „Scandinavian“.

Als Grundschnitt diente mir die Bikerjacke Mod. 115-032012 mit folgenden Änderungen:

Bund und Manschetten entfallen, Bundbreite den einzelnen Teilen hinzugefügt, rechtes mittleres Vorderteil asymmetrisch verlängert. Die Ärmel und seitlichen Teile habe ich etwas weiter geschnitten, da der Schnitt für einen anderen Stoff gedacht ist.




rechtes mittleres Vorderteil aus Velourleder

Anfangs träumte ich noch von Paspeltaschen mit Reissverschluss , Schulterriegeln und abgesteppten Kragen- und Vorderkanten. Die Taschen hab ich gleich nach dem ersten Absteppen gestrichen, da wären einfach zu viele Lagen Leder zusammen gekommen.



Sehr froh bin ich über die Entscheidung, Bügeleinlage für Leder zu verwenden (Vlieseline LE420). Sie lässt sich wunderbar aufbügeln, das Leder verzieht sich beim Nähen nicht und bleibt trotzdem geschmeidig. Bei den Ärmeln hab ich nur im Bereich der Ansatznaht Einlage aufgebügelt, das hab ich beim Nähen bereut. Sollte ich jemals nochmal eine Lederjacke nähen, dann Einlage auf ALLE Teile!
Nähte, die ich nicht absteppen konnte, die aber trotzdem flach werden sollten, habe ich geklebt. Man muss nur beachten, dass die Klebestellen sehr steif werden. Beim Kragen hab ich aus diesem Grund ganzflächig geklebt, damit er schön die Form hält.




Zwischendurch dachte ich auch mal über Grössenwahn nach. Eine Nappalederjacke mit einer Haushaltsmaschine zu nähen war schon eine meiner gewagteren Ideen. Zum Glück hab ich kräftige Oberarme, denn manche Absteppung hab ich komplett von Hand kurbeln müssen. Das zieht sich, kann ich euch sagen... 

Überhaupt war das ein Projekt für entschleunigtes Nähen. Wie ihr auf dem nächsten Bild sehen könnt (da war ich bereits beim Verstürzen der Belege) ist die Geschwindigkeit auf Kriechgang eingestellt:


Eine weitere gute Idee waren die Clover-Clips zum Fixieren. Ich hatte mir fünfzig Stück zum ausprobieren bestellt und direkt nochmal fünfzig nachgeordert. Die halten wirklich perfekt alles an Ort und Stelle und die Klebenähte konnte ich damit auch pressen.



Am schwierigsten zu Nähen war das Velourleder. Das scheint sehr dicht zu sein. Bei der Stickerei konnte ich wirklich nur einen Stich nach dem anderen nähen, also Stich-Pause-Stich-Pause... Aber das sieht man jetzt nicht mehr :-)


Die Ärmel waren auch nochmal eine Herausforderung, weil ich lange nicht wusste, wie ich den Abschluss lösen soll. 


Und zwischendurch sah es auch mal sehr chaotisch aus :-) Die Druckknöpfe sind mal was anderes und mir gefällt die schlichte Linienführung.



Das Annähen mit der Maschine ging dann erstaunlich gut.


Ledernadeln für Handnähte hatte ich leider noch nicht in meinem Fundus, die musste ich eiligst bestellen. Die untere Futternaht, das Ärmelfutter und die gefühlt Millionen Fäden der Druckknöpfe hab ich von Hand ge-/vernäht.


Der asymmetrische untere Abschluss vorne...


und von hinten gesehen...


Für das Futter hab ich einen Baumwollstoff mit meinem Logo verwendet, die Ärmel sind aus einem flutschigeren Material mit feinen, grauen Streifen.



 Hier sieht man die Farben ganz gut:


Der Schal ist mein neuer, federleichter Feather-and-Fan-Scarf, den ich schon soooo lange mal stricken wollte. Das Garn ist Silkhair Degradé von Lana Grossa. Normalerweise wirds mir beim Schal stricken recht schnell langweilig, aber dieses Muster ist so kinderleicht und trotzdem irgendwie immer spannend. Jedenfalls hab ich mir gleich noch einen aus Baumwolle gestrickt :-)




Von beiden Ledern habe ich noch einiges übrig, eine Tasche ist schon fertig, die zeige ich euch auch bald...
Tragefotos und Details zu allen Materialien reiche ich am Mittwoch nach. Eine schöne Woche euch allen!